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Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf

  1. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #1
    olerabbit

    Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf

    Am 13.03.2012 kontrollierte die Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt (BSU) Hamburg die Instrumente im No.1 Guitar Center GmbH bzgl. der Verwendung besonders geschützter Holzarten. Hier der Link, wer dazu mehr wissen will: http://us2.campaign-archive2.com/?u=...&id=4532521039.

    Diese Vorkommnisse zeigen, wie sensibel das Bundesamt für Naturschutz (BfN) sowie die Länderbehörden bei diesem Thema sind. Sie zeigen aber auch, wie schnell und unerwartet uns das treffen kann, selbst Jahre später.

    Ich habe vor diesem Hintergrund das Gespräch mit dem Bundesamt für Naturschutz gesucht und dort mit der zuständigen Stelle telefoniert. Hier meine Zusammenfassung:

    Wer Gitarren verkauft, ist dafür verantwortlich, daß die angebotene Ware geltendem Recht entspricht.
    Was z.B. die Legalität der verbauten Hölzer angeht, regelt das Washingtoner Artenschutzabkommen (CITES) bzw. die entsprechende EG-Verordnung 338/97 die Rechtslage.
    Das betrifft auch (und insbesondere) private Verkäufe abseits des offiziellen Handels über Internet-Plattformen wie z.B. Ebay.

    Wer eine Gitarre kauft, ist dafür verantwortlich sicherzustellen, daß der Verkäufer seinen o.g. Verpflichtungen nachgekommen ist.
    Auch wir Gitarristen müssen uns also beim Kauf einer Gitarre vergewissern, daß das Produkt geltendem Recht entspricht. Unwissenheit schützt auch hier vor Strafe nicht.

    Die beste und einfachste Möglichkeit ist es, vom Verkäufer eine entsprechende Bestätigung zu verlangen.
    Das wäre z.B. durch ein zusätzliches Schriftstück möglich oder – noch einfacher – einen Text direkt auf dem Kaufbeleg (Rechnung).
    Im Fall der Fälle hätten wir mit diesem Beleg einen eindeutigen Nachweis, unserer Käuferpflicht nachgekommen zu sein - aber auch eine Chance auf Schadenersatz.

    Wer will, kann sich beim Bundesamt für Naturschutz über das Internet (www.bfn.de) oder telefonisch (0228 – 84 91 0) selbst näher informieren.
    Oder er kann seine zuständige Landesbehörde kontaktieren, insbesondere, wenn es um konkrete Fälle geht.

  2.   Alt 
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  3. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #2
    dead end horror
    So ein Scheiss mal wieder. Sorry für die harten Worte, aber ich find das Thema sowas von bekloppt, schlimmer gehts kaum. Ich kann verstehen, das da bei neuen Instrumenten drauf geachtet werden soll, schließlich gibt es auch viele Bäume die vom aussterben bedroht sind, aber was soll der Scheiß mit den alten Instrumenten?
    Da ist der Baum schon lange gefällt, also kann man da auch nichts mehr ändern. Warum wird nicht gleich eine Steuer eingeführt, wo man für jedes Gramm an Holz bezahlen muss, was vllt mal oder irgendwann seltener war bzw sein wird.
    Manche Ämter scheinen da wirklich viel zu viel Zeit zu haben.... Ausserdem: Woher soll man denn wissen welches Holz verwendet wurde? Es gibt unzählige Hersteller, v.a. aus Asien, über deren Holzwahl man kaum Infos bekommt, bzw die auch sehr gerne mal Holz verwendet haben, das nicht im Katalog erwähnt wurde. Das ist ein so unsinniger Dreck, sich da auf Vintage Instrumente zu stürzen. Klar, ich verkauf ein altes Instrument und steh dann mit halbem Bein in Knast, weil ich da gegen irgendeine Auflage verstoßen habe, die irgendwelche Paragraphenreiter verfasst haben, die ne Gitarre vermutlich nichtmal von einem Klavier unterscheiden können.
    Allein wenn ich lese das ausgerechnet in Washington ein Artenschutzabkommen geschlossen wurde, dann kotz ich erst Recht ab. Gerade die, die die Umwelt am meisten zerstören, pissen allen möglichen Leuten ans Bein, nur weil sie gerade geil darauf sind, sich in irgendeiner Form wichtig zu machen.
    Wie gesagt, bei neuen instrumenten oder generell dem Holzhandel an sich, versteh ich das, aber bei alten Instrumenten find ich das eine Dreistigkeit und einen Schwachsinn hoch 10. Das wird eh so laufen das die Hersteller nun andere Hölzer verwenden, die dann in 5-10 Jahren kaum noch vorhanden sind, dann auch auf eine "schwarze Liste" kommen, woraufhin wieder auf andere Hölzer zurückgegriffen wird.
    Kurz um: Bei neuen Instrumenten verständlich, bei alten absoluter Schwachsinn

    Da sollen sie sich lieber darum kümmern, das diese Bäume (oder andere ) wieder gepflanzt werden, oder generell irgendwas nützliches für die Gesellschaft machen. Ausserdem bringt das den Bäumen, die bereits gefällt worden, auch nicht mehr viel...

    Sorry, aber irgendwie geht mir sowas echt auf den Zeiger...

  4. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #3
    frankpaush
    Zitat Zitat von dead end horror','index.php?page=Thread&postID=555314#post5 55314
    Woher soll man denn wissen welches Holz verwendet wurde?
    ...nicht dein Problem, sondern das der Behörde, die dir die Vermarktungsgenehmigung ausstellt oder verweigert ;-)
    Es ist, falls es sich tatsächlich so verhält wie in dem Artikel geschildert, absolut grotesk.
    Denn: eine zum Zeitpunkt des Kaufes rechtmäßig erworbene Gitarre mit den geschützten Hölzern dürfte ich nach dieser Darstellung jetzt nur veräußern,
    wenn ICH die Rechtmäßigkeit nachweise. Ich behaupte mal, das ist kompletter juristischer Schwachsinn.
    Nach deutschem Recht muss die Behörde mir Verfehlungen nachweisen, nicht ich meine Unschuld beweisen.

    Ich denke, ich werde die Nummer aus dem O-Beitrag mal nutzen. Gibt es Infos, wieviel eine Vermarktungsgenehmigung für Privatleute kostet?

    EDIT: ... musste doch noch mal eben checken, ob das nicht ein verspäteter Aprilscherz ist, aber scheint nicht so ...

  5. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #4
    dead end horror
    Wie sagstest du so schön? Willkommen in Schilda!

  6. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #5
    Captain
    Ich finde das Ganze auch mehr als absurd. Alleine in dem Land wo die Gitarren hergestellt werden, gelten ganz andere Gesetze als hier. Wenn da schon nicht seitens des dortigen Landes eingegriffen wird, sofern die Einfuhr von 'illegalem' Holz dort eine Straftat ist, dann ist dort schon das erste Versäumnis zu suchen. Dann unser guter alter Zoll, der ja letzten Endes die Gitarren in dieses Land lässt.

    Ein Verkäufer wird sich hüten ein Schriftstück auszustellen, er hat ja selber keine Garantie (woher auch) für das verwendete Holz. Und dieses ist schon wie bereits erwähnt schwer nachzuweisen, selbst bei namhaften Herstellern. Der nächste Punkt ist: Wo kein Kläger, da kein Richter. Wer wird denn auf die Idee kommen, dass meine Bubinga-Strat die ich zu Hause stehen habe aus illegal gefälltem Tropenholz ist? Und wer wöllte mich dafür ankreiden wollen? Die ganze Sache finde ich mehr als vage.

    Da spreche ich mich schon eher für eine Brandrodung des Regenwaldes aus! Das ist wesentlich billiger, schneller und es werden keine fragwürdigen Gegenstände produziert die anderen Leuten Schwierigkeiten bereiten.
    Aber mal im Ernst: IKEA zb., verwendet Holz welches sie von der chinesischen Mafia beziehen, diese wiederum holen dieses Holz illegal aus sibirischen Wäldern. Muss jetzt jeder sein Billy-Regal beim BfN prüfen lassen? Und Strafe zahlen?

  7. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #6
    dead end horror
    Ehrlich gesagt warte ich da nur auf die ersten Bekloppten sie sich da gegenseitig anklagen. So ala "Hey, der Typie hat doch ne PRS/Gibson/Fender/whatever xyz aus dem Jahr abcd *recherchier* ahhja, die haben da Rio-Palisander verbaut *fieses Grinsen* nun ist er sein Instrument los"...
    Es finden sich immer ein paar Dumme, die sich solche Gesetze zu nutze machen und wenn es nur dafür ist, Gebrauchtpreise zu drücken oder sowas in der Art..

  8. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #7
    olerabbit
    Ich kann euren Zorn gut verstehen und eure emotionalen Ausbrüche durchaus nachempfinden. Das Leben läuft aber rechtlich gesehen manchmal ganz anders.
    Wie so häufig gilt: den Letzten beißen die Hunde – schlimmstenfalls die Gitarrenkäufer.

    Wir Gitarristen sollten clever sein und versuchen, uns die Probleme anderer (Herstelle, Händler, Importeure, Zoll) nicht umhängen zu lassen.
    Wir sollten so schlau sein und uns in unserem ureigensten Interesse selbst schützen, Zorn hin oder her.
    Wir sollten uns nicht darauf verlassen, daß andere das für uns freiwillig und aus freien Stücken automatisch tun.

    Ich habe zu diesem Thema mit einigen Gitarren-Herstellern bzw. Produktmanagern bei Importeuren/Distributoren gesprochen. Die, die mir geantwortet haben, können die Legalität ihrer Produkte nachweisen. Ich habe angeregt, daß es doch ein Leichtes sein müßte, den Händlern entsprechende Dokumente gleich mit Warenanlieferung in die Hand zu drücken. Dann legen die das einfach beim Gitarrenkauf automatisch der Rechnung bei und gut is. Man kann es auch ins Handbuch mit aufnehmen, aber dann müßten wir so wachsam sein und darauf achten, VOR dem Kauf zu checken, ob da was entsprechendes drin steht.

    Wäre mMn eine einfache und völlig streßfreie Lösung für alle Beteiligten. Und wir wären aus dem Schneider.

  9. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #8
    dead end horror
    Das trifft bei neuen Instrumenten zu, aber der Vintage-Markt tickt da ein wenig anders. Wenn ich mir z.b. eine alte Aria kaufe, dann weiß ich nicht welches Holz da verwendet wurde und kann mich max. auf das verlassen, was die Kataloge sagen. Ob die Angaben stimmen weiß ich nicht. Wie gesagt, bei neuen Instrumenten können sie gerne so verfahren, aber die Vintage Instrumente sollten da imho außen vor bleiben. Das ist doch der größte Witz überhaupt. Ich werd mir weiterhin gebrauchte Instrumente kaufen, Punkt, egal was da nun für ein Holz verwendet wurde. Wie frankpausch schon sagte, ich kann mir auch nicht vorstellen das das Amt gewährleisten kann, das sie wissen welches Holz wo verwendet wurde. Also bleibt nur das zu überprüfen, was v.a. bei lackiertem Holz eine recht lustige Tätigkeit sein dürfte. Wenn ich da dann noch an die Geschwindigkeit in so einem Amt denke, dann wird mir irgendwie schlecht. "Schicken Sie ihr Instrument doch ein, wir untersuchen es und schicken es Ihnen zurück". Lieferzeit: >ein halbes Jahr

    Was soll man denn machen wenn man ein Instrument hat, was z.b. Rio-Palisander verbaut hat? Verbrennen? Das hat einfach nichts mehr mit Logik oder einer guten Sache für die Umwelt zu tun, das ist Idiotie. Punkt

  10. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #9
    Kuhli
    Wie will man denn bei Massenproduktionen und einem gestückeltem oder geschichtetem Gitarrenkorpus feststellen, was woher ist?
    Wahrscheinlich hatten alle Hersteller schon immer Lagerlogistiksysteme wie heute, MES, und sonst was.

    Noch leichter wird es natürlich bei nicht mehr existierenden Herstellern

    Auf die Diskussion freue ich mich schon.


    Ach komm das ganze ist doch ein Witz, es fehlen vorne und hinten rechtlich Grundlagen sowie Beweismittel, damit sowas ernsthaft praktiziert werden kann.

  11. Achtung Artenschutz: Augen auf beim Gitarrenkauf #10
    frankpaush
    ...mh, Idiotie ... möglich, aber vielleicht auch nur auf den ersten flüchtigen Blick.
    Kann sich noch jemand erinnern, zu welchem Zeitpunkt etwa CO2-Hype salonfähig geworden ist?
    Nach meiner Beobachtung war das an der Schwelle, wo der "Schutz" mit einem male lukrativere Möglichkeiten als die fortgesetzte Verschmutzung bot.
    Und seitdem gibt es einen weltweiten, von Gesetzen unterstützten und trotzdem global äußerst mäßig effektiven Markt, der uns neue Autos, bessere Häuserdämmung, billigere Flüge ... ah, moment, das war der andere Markt ...

    In dem verlinkten Artikel werden ja auch schon freundliche Angebote mitgeliefert, woher man Expertisen bekommen kann. Die wird es sicher gegen Geld geben, oder? Es wird eine schicke Gebührenordnung bei der Behörde geben, für Papier A und B, C und das Dublikat von A ...

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